BILDER UPDATE!
Hejsan! Ich sitze hier an meinem kleinen Schreibtischchen, höre das Album Contraband von Velvet Revolver durch und genieße den Blick aus dem Fenster. Zwischen kurzen Regenschauern lugt immer mal wieder die Sonne hervor. Ich verspüre keinen Drang unbedingt vor die Tür zu gehen. Ein typischer gammler Sonntag also. Vielleicht geh ich ja später noch joggen – mal sehen…
In der vergangenen Woche war ich wie bereits geschrieben in Skövde. Zusammengefasst hab ich einige Leute kennengelernt, mit denen ich bezüglich meines Projekts von nun an öfter in Kontakt sein werde, und einen schwedisch overkill bekommen. Von 20 Präsentationen waren ganze 3 auf Englisch. Ich habe natürlich probiert den anderen Referenten zu folgen. Das gelang auch ab und an. Aber ich hab eines ganz deutlich gemerkt: Trägt der Referent gut vor – erklärt seine Schaubilder, beschreibt das Problem von Grund auf und redet klar und deutlich mit modulierter Stimme Richtung Publikum – so kann man einen Vortrag auch verstehen, ohne Schwedisch sprechen zu können. Leider gibt es unter Ingenieuren und Wissenschaftlern in der Hinsicht viele Nieten. Wer gutes Marketing für sein Projekt und seine Forschungsgruppe betreibt, indem er die Zuhörer von seinem Vorhaben überzeugt, der kommt leichter an Forschungsgelder. Morgen geht’s ab nach Göteborg zum ersten halbjährlich stattfindenden Erfahrungsaustausch in meiner Untergruppe des SHC. Mein Ziel ist also klar –mein Vortrag so zu gestalten, dass er in Erinnerung bleibt. Da ich noch keinerlei Ergebnisse vorweisen kann, stelle ich mich und den Projektplan vor. Da die schwedischen Hochschulen noch zu wenig mit der Industrie zusammenarbeiten, war Annika (meine Professorin) begeistert als ich ihr von meinen Tätigkeiten als Hiwi und als Praktikant erzählt habe. Sie ist jemand, der diesen Zustand versucht zu ändern – für mich heißt das mehr Industrienähe, mehr Zusammenarbeit mit Volvo, Saab, BAE, usw. aber auch mit anderen Unis.
Ich bin positiv überrascht nun doch etwas angewandter zu arbeiten als anfangs gedacht, praktisches Denken muss sein! Die Studis haben das hier noch nicht… dazu aber mehr, sobald ich die typischen Aachener studentischen Hilfskräfte in unserer Gruppe eingeführt hab ;)
Es donnert, Menschen laufen an meinem Fenster vorbei, ein Pudel pinkelt an den Laternenpfahl und die Bahnschranken senken sich schon wieder – bing – bing – bing… Ich fühle mich hier außerhalb der Arbeit tierisch wohl, inzwischen kenne ich gefühlt mehr Spanier als Schweden. Alles Erasmus (Austausch) Studenten. Die Wochenenden sind also voll von Stockholms Nightlife und viel Rennradfahren zum Ausgleich :) Am Freitag waren wir auf einer Hausparty, will heißen ein Haus eines anderen Studiwohnheims wurde komplett zur Partyzone erklärt – nett wars. Gestern sind wir in die Stadt. Am ersten Club kamen wir nicht rein, weil ich nicht wusste dass jeder egal wie alt seinen Ausweis vorzeigen muss. Mit ein paar Tricks sind wir dann aber in einen andern Club reingekommen. Auf dem Rückweg sind wir mitten auf einer lebhaften Strasse mit einem Bäkowagen, den wir irgendwo gefunden haben, über die Gehwege gebrettert und haben in der Tunnelbana mit einem Musiker gesungen und getanzt. Einen Monat noch, dann endet mein ganz persönliches Erasmus-Kurz-Semester. Die Studis fahren dann heim. Bis dahin hab ich mich aber hoffentlich in der neuen 4er-WG eingelebt. Dazu nächstes Mal mehr…
Jetzt kommen gleich meinen beiden Couchsurfer vom Sightseeing wieder, dann gibt’s auch mal wieder ein paar Bilder.
In diesem Sinne – einen schönen Sonntag noch!
Life is good...
23.05.2010
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